Serielle Sanierung macht Hagen-Siedlung energieeffizient und bewohnerfreundlich
Vorgefertigte Fassadenelemente verkürzen Bauzeit und senken Energiebedarf
In Hagen beginnt bald ein umfangreiches Modernisierungsprojekt: Eine Wohnsiedlung aus den 1960er-Jahren mit zwölf Mehrfamilienhäusern und 192 Wohnungen erhält eine neue Hülle aus industriell gefertigten Fassadenelementen. Die Maßnahme soll den Endenergiebedarf der Bestandsbauten deutlich reduzieren und den Alltag der Mieterinnen und Mieter so wenig wie möglich stören.
Der lokale Wohnungsverein investiert rund 23 Millionen Euro in die serielle Sanierung. Die Module werden in einer Fabrik komplett mit Dämmung, Fenstern und elektrischen Rollläden vorbereitet und auf die Gebäude montiert. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit vor Ort, Lärm und Schmutz halten sich in Grenzen, und die Bewohnerinnen und Bewohner können in ihren Wohnungen bleiben.
Zusätzlich zu den neuen Fassaden sind Dachaufdichtung und Dämmung geplant. Auf den sanierten Flachdächern sollen Photovoltaik-Module installiert werden, deren Strom vollständig ins Netz eingespeist wird. Die Heizung der Häuser bleibt an die Fernwärme angeschlossen; spezielle Abluftventilatoren und angepasste Fensteröffnungen sollen für ein verbessertes Raumklima sorgen. Viele Wohnungen erhalten außerdem Balkone.
Konkrete Einsparungen und strategischer Kontext
Nach Angaben der Projektverantwortlichen wird der Endenergiebedarf der Gebäude voraussichtlich um etwa 36 Prozent sinken. Der Wohnungsverein bezeichnet das Vorhaben als die bislang größte genossenschaftliche serielle Sanierung in Deutschland und betont den doppelten Nutzen: geringere CO2-Emissionen und spürbar niedrigere Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter.
Bundesweit sieht die Deutsche Energie-Agentur (Dena) großes Potenzial für serielle Modernisierungen: Etwa 30 Prozent der Mehrfamilienhäuser gelten als besonders geeignet, weitere 15 Prozent sind technisch umsetzbar, in einigen Fällen aber noch wirtschaftlich herausfordernd. Bislang wurden in Deutschland mehr als 150 serielle Sanierungsprojekte abgeschlossen, rund 90 befinden sich im Bau und viele weitere in Planung.
Das Projekt in Hagen steht exemplarisch für einen Trend zu industrieller Vorfertigung im Wohnungsbestand: standardisierte Lösungen sollen Kosten und Bauzeiten senken und gleichzeitig Energieeffizienz und Wohnqualität verbessern. Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung bedeutet das vor allem Stabilität und geringere Nebenkosten bei gleichzeitig modernisiertem Wohnraum.
