Hagen-Pakt startet umfassende Offensive zur Modernisierung des Wohnungsbestands
Pakt will bis 2035 Problemhäuser beseitigen und die Wohnqualität nachhaltig heben
Der Hagen-Pakt setzt ein klares Ziel: Bis 2035 sollen marode Wohngebäude in der Stadt verschwinden, bestehende Wohnungen energetisch modernisiert und langfristig bezahlbarer Wohnraum gestärkt werden. Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft haben sich auf Maßnahmen verständigt, die Quartiere stabilisieren und Lebensverhältnisse verbessern sollen.
Bei der offiziellen Unterzeichnung im Mai 2026 erschien NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach persönlich an der Volme. Neben ihr standen Oberbürgermeister Dennis Rehbein und Baudezernent Henning Keune, die den gemeinsamen Fahrplan erläuterten. Der Pakt verbindet kurzfristige Reparaturprogramme mit größeren Investitionen in Modernisierung, Klimaschutz und soziale Steuerung des Marktes.
Konkrete Instrumente und Prioritäten
- Identifikation und Sanierung von Problemhäusern mit prioritärem Handlungsbedarf
- Förderprogramme für energetische Modernisierung zur Senkung von Heizkosten
- Kooperationen mit privaten und genossenschaftlichen Vermietern, um Leerstand sinnvoll zu nutzen
- Soziale Begleitmaßnahmen für Mieterinnen und Mieter, etwa Beratung und Schutz vor Verdrängung
Die Bündelung dieser Maßnahmen soll verhindern, dass sich einzelne Straßenzüge zu sozial schwachen Brennpunkten entwickeln. Entscheidend wird laut Verantwortlichen die enge Abstimmung zwischen Fördertöpfen, kommunaler Planung und privatem Engagement sein.
Erwartete Wirkung und offene Fragen
Kurzfristig dürften Reparaturprogramme die sichtbarsten Effekte bringen: Fassaden, Dächer und Treppenhäuser werden instandgesetzt, Gefahrenquellen beseitigt. Mittelfristig sind Modernisierungen geplant, die Energieverbrauch und Wohnkosten senken sollen. Unklar bleiben jedoch Finanzierungsfragen für kleinere Eigentümer und die konkrete Umsetzung bei Gebäuden mit vielen Mietparteien.
Die Stadtverwaltung betont, dass Erfolg nur über transparente Prioritäten, eine klare Zeitplanung und Beteiligung der Nachbarschaften möglich ist. Kritiker fordern zusätzliche Mittel für soziale Wohnungsbindung, damit Modernisierung nicht automatisch zu Verdrängung führt.
Wie viele Objekte konkret betroffen sind und welche Viertel zuerst angegangen werden, will die Verwaltung in den kommenden Monaten mit detaillierten Bestandsaufnahmen und einem öffentlich zugänglichen Zeitplan darlegen. Das Ziel ist ambitioniert, die Folgen für den Hagener Wohnungsmarkt könnten jedoch weitreichend sein.